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Komm, wir gehen raus!

weniger schimpfenIch mache die Haustür auf und habe ein anderes Kind.

Es ist 15.00 Uhr und noch drei lange Stunden, bis Marcus von der Arbeit nach Hause kommt. Mit zwei Kleinkindern zähle ich oft die Minuten, bis das Auto in die Garage fährt und er da ist. Nachmittags höre ich folgende Sätze besonders oft von mir und ich mag mich selber nicht mehr hören: „Nein Luis! Luuuuis- lass das! Nein, der Jan kann noch keine Smarties essen, der hat noch keine Zähne. Schön, dass du teilen willst und neeeein! Luis, nimm die Schokohände weg von den Vorhängen. Mannnnnn! Wenn du jetzt nicht sofort aufhörst, die Legosteine durch die Gegend zu werfen, dann…! Schluss jetzt! Es langt Luis! Komm, wir gehen raus!“

Wir entspannen beim Draußen sein

Wir ziehen uns an und wechseln gemeinsam mit den Klamotten in einen anderen Stimmungsmodus. Wann immer es das Wetter zulässt und es nicht gerade blitzt und donnert, sind wir im Garten, im Wald oder einfach nur draußen. Es tut uns gut, in der Natur zu sein. Wir schauen den Himbeeren beim Rotwerden zu, sammeln Schnecken mit Gartenhandschuhen (ich!) oder bloßen Händen (wie um Himmels willen bekommt man den Schneckenschleim von den Kinderhänden?) und tragen sie über die Straße, damit sie unsere Zucchini verschonen. Wir mähen den Rasen, hören den Fröschen beim Singen zu, beobachten die Hummeln im Lavendel oder spielen in der Matschküche. Weniger schimpfen heißt das Motto.

weniger schimpfen

Wir inspizieren, ernten, backen und lesen nach

Luis hat immer seine Becherlupe zur Hand und wenn der Käfer nicht schneller war, wird er ganz genau inspiziert. Unser Garten ist sehr überschaubar und ,trotzdem haben wir Gemüse in Töpfen angepflanzt. So wachsen hier momentan Fingergurken, Tomaten, große und kleine, Zucchini & ein Mix aus Kräutern. Aus diesen haben wir auch schon Kräuterbutter für ein köstliches Kräuterfaltenbrot gemacht. Es ist gut vorzubereiten und eine Leckerei für jede Grillparty. Abends lesen wir oft im Buch: „Was wächst denn da?“ nach, was wir tagsüber im Garten gesät, geerntet oder gegossen haben. Ein weiteres Buch, das wir sehr gerne haben, ist: „Linneas Jahrbuch“. Es ist hübsch illustriert, alles dreht sich um die Natur und es liefert von Januar bis Dezember Anregungen für Spiele und Basteleien, die nichts kosten, und viel Freude bereiten.

Wir meiden Spielplätze

Während ich im Haus oft reglementiere, weil zum Beispiel Springen von den Betten wegen der Bettkanten gefährlich ist, kann der junge Herr draußen von Herzenslust umherflitzen, klettern, Steine untersuchen und in Pfützen springen. Wir meiden Spielplätze (weil ich dann auch wieder oft eingreifen muss, will, mich gezwungen fühle: „Luis, schön hinten anstellen an der Schaukel. Nein, nicht den Sand nach draußen schaufeln…“) und suchen den Wald. Wir stromern durch den Garten, durch Wiesen und gehen in den Park. Das entspannt nicht nur mein Kind, sondern auch mich maximal und die Konsequenz ist, dass ich weniger schimpfen muss. Warum das so ist, beschreibt der Artikel: „Fünf Gründe, warum Sie öfter mal rausgehen sollten“ ziemlich prägnant. Solltest du jetzt noch Ideen und Motivation benötigen, um deine Kinder vor die Tür zu jagen, empfehle ich dir den Artikel: „Meine 10 besten Tipps fürs draußen sein mit Kindern„.

In diesem Sinne, raus hier und den Sommer genießen!

Eva

2 Kommentare

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