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So bekommen deine Ziele Rückenwind

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Hand aufs Herz, ich bin ein Meister im Anfangen. Nicht im Durchhalten. Mir geht auf halber Strecke und manchmal schon früher, die Puste aus. Durchhalten, Dinge zu Ende bringen (vor allem, wenn es knifflig wird) war noch nie meine Stärke. Ich arbeite daran. Gleichzeitig mag ich es, Dinge sein zu lassen. Angelegenheiten unter dem Motto: „Done is better than perfect“ zu erledigen, loszulassen und die Perfektion zum Kaffee trinken zu schicken. Es gibt aber Momente, da würde ich unglaublich gerne durchhalten. Beim Fotos sortieren und Alben erstellen zum Beispiel (ich flipp aus! Die Fotos vermehren sich bei uns wie Meerschweinchen). Oder die regelmäßigen Übungen für den Rücken (nicht erst, wenn alles knarrt und kracht). Und dann die Angelegenheit mit den Schokoladen-Minz-Blättchen. Kaum habe ich mir vorgenommen weniger davon in meinen Backen verschwinden zu lassen, schleiche ich wie ein Indianer um die Packung bis sie urplötzlich leer ist. Meine Vorsätze bröseln so schnell, wie der Sandkuchen von Luis. Das Motto lautet immer: nur das eine noch. Im fortgeschrittenem Stadium: nur diese eine Packung noch.

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Wie geht durchhalten? Wie erreiche ich, was ich mir vornehme?

Es lohnt sich bei der Formulierung genau hinzuschauen. Mein Gehirn mag scheinbar gleiche Aussagen unterschiedlich gern. Es reagiert schreckhaft auf Ziele wie: ich werde mehr Sport machen. Bei diesem Satz beamt es mich SOFORT auf die rote Aschenbahn meiner Grundschule. Eine Szene die 33! Jahre zurück liegt. Ich stehe platt wie ein Rochen nach einem 1000 Meter Lauf an der Bahn und fühle stechenden Schmerz, von der eisigen Luft im Hals. Sport ist in meinem Kopf mit diesem negativen Bild verknüpft. Das gilt es zu ändern. Daher heißt mein Ziel- statt mehr Sport zu machen- mich an der frischen Luft zu bewegen oder für mich zu sorgen. Durch diese Um- und Neuformulierung entstehen andere, energievolle Bilder in meinem Kopf und mein Ziel bekommt Kraft und eine Chance.

Mit Wenn-dann-Plänen vorbereitet ans Ziel

Wie schütze ich mich in willenlosen Momenten vor mir selber? Eine Idee sind die Wenn-dann-Pläne. Der Psychologe Peter Gollwitzer hat in einer Studie herausgefunden, dass  Wenn-dann-Pläne zu einer besseren Zielerreichung führen. Diese Pläne helfen mir unglaublich gut durchzuhalten. Einen Plan B in der Tasche zu haben, wenn es brenzlig wird. Nehmen wir das Beispiel mit den Schokoladen-Minz-Blättchen. Statt Süßigkeiten würde ich gern mehr Nüsse, Trockenobst und Gemüse essen. Also lautet mein Wenn-dann-Plan: Wenn ich Lust auf Süßes habe, dann schnappe ich mir getrocknete Aprikosen oder Walnüsse. So banal es klingt, so wirksam ist es für den kritischen Moment, wenn ich vor der Packung stehe oder wenn mir welche angeboten werden. Wenn ich mich mehr an der frischen Luft bewegen will, dann lautet mein Plan zum Durchhalten: Wenn ich keine Motivation habe mich zu bewegen, dann ziehe ich trotzdem meine Schuhe an und laufe die kleine Minuten Runde um den Block. Anfangen, einfach machen ohne nachdenken heißt meine Devise. In kleinen Schritten. Meist wird so aus der kleinen doch die größere Runde. Die Lust, die Motivation entsteht im Tun und wichtig! auch die kleine Runde ist in Ordnung. Die Regel hilft mir, nicht mit mir selber zu diskutieren. Vielleicht kennt ihr das? Da will ich nur kurz vor die Tür und im Kopf gib es eine Gedanken-Bundestagsdebatte vom Feinsten, warum es gerade jetzt sinnvoll ist zu Hause zu bleiben.

Zusammenfassend- so gehst du konkret vor:

1. Achte genau darauf, wie du deine Ziele formulierst. Nehme jedes Wort unter die Lupe und spüre nach, was es in dir auslöst. Formuliere deine Ziele positiv, damit Sie Kraft bekommen und ein gutes Bauchgefühl auslösen. Das ist die Hälfte der Miete! Wenn du Hilfe beim Formulieren deiner kraftvollen Ziele brauchst, schreibe einfach einen Kommentar.

2. Sei vorbereitet! Wie lautet dein Wenn-dann-Plan für unmotivierte Momente? Schreibe sie dir am besten auf.

3. Fang an! Mache kleine Schritte. Einen Elefanten isst man immer noch in kleinen Stücken. Unser Gehirn liebt alte Gewohnheiten und hasst unsere neuen Ideen. Schleiche dich also ganz leise, in kleinen Schritten an ihm vorbei.

In diesem Sinne mache ich mich jetzt an meine Ziele für 2016. Hier noch ein schöner Motivationsprint von delicious Design, als Blickfang und Motivationsbuster.

2016 will rock!

Eva

Kommentare

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4 Kommentare

  1. Oh jaaaaa, sehr richtig!!! Lese gerade auch „Better than before“ von Gretchen Rubin. Kennst Du das? Ist wirklich zu empfehlen. Sie macht auch nochmal sehr deutlich, dass unterschiedliche Leute unterschiedliche Strategien brauchen um Gewohnheiten zu etablieren. Werde in unserem nächsten Sonntagschat ein wenig mehr von dem Buch erzählen.
    Liebe Grüße! Anna von http://www.findingsustainia.org

  2. Also ich bin das genaue Gegenteil und eher jemand, der alles zu genau nimmt. Alles 100mal überdenkt und sich im Vorfeld 127489238990 Gedanken macht. Ich würde also die Dinge gerne einfach mehr machen, ohne sie zu zerdenken. Mehr anfangen, ohne zu viele Ängste.
    Beim Durchhalten und Machen bin ich nämlich schon recht gut. 😉

  3. Liebe Christine, darum beneide ich dich wirklich. Vielleicht hilft dir ja auch der wenn-dann-Plan für´s Anfangen. Also wenn du merkst, „huch, da bin ich doch schon wieder viel zu viel am grübeln“ dann legst du einfach los. Ignorierst das Kopfkonzert und machst einfach. Vielleicht unperfekt und der erste Schritt ist getan.
    Lieben Gruß
    Eva

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